PSNV-B Team aus Sigmaringen im Einsatz im Hochwassergebiet

Ein PSNV-B Team, bestehend aus 4 NotfallseelsorgerInnen und einem Fahrer der FFW Sigmaringen waren vom 04.-07. 08.2021 im Ahrtal (Rheinland-Pfalz) im Hochwassereinsatz. Der Einsatz fand im Rahmen eines Kontingentes statt, das sich aus ca. 60 Einsatzkräften der Notfallseelsorge aus ganz Baden-Württemberg zusammensetzte. Von der Unterkunft in Mendig starteten die einzelnen PSNV-Teams täglich in das Katastrophengebiet. Die Sigmaringer NotfallseelsorgerInnen kamen zum Einsatz in den Ortschaften Rech und Dernau. Der Schwerpunkt lag hier auf der Lageerkundung und AnsprechpartnerIn für die Bevölkerung, Helfer und Einsatzkräfte zu sein.

Bei ihrer Rückkehr bedankten sich Dieter Müller (Stv. KBM), Jürgen Bossert (Kommandant FFW Sigmaringen) und Winfried Fritz (Leitungsteam der Notfallseelsorge Sigmaringen) bei Bettina Letsch-Roupp, Steffi Gäble, Thomas Haueisen, Ralph Pröbstle und dem Fahrer Markus Gräter, für ihren Einsatz.

Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen

Sbe-Baustein 2 als Inhouse-Seminar

Das SbE-Team Sigmaringen führte am 23. -24. Juli 2021 den zweiten Baustein des fünfstufigen SbE-Ausbildungskonzeptes als Inhouse-Seminar durch. Sowohl zukünftige Mitglieder des SbE-Teams als auch erfahrene Notfallseelsorger_innen wurden in den Methoden der Einsatzkräftebegleitung vom Trainer Peter Zehentner (Bundesvereinigung SbE e. V.) ausgebildet. Im Baustein 2 liegt der Schwerpunkt auf den Kurzgesprächen, der Einsatzbegleitung und den Grundzügen der SbE-Nachbesprechung. Im SbE-Team arbeiten Psychosoziale Fachkräfte wie auch Peers aus den Hilfsorganisationen zusammen und bereiten sich auf die Nachbesprechungen mit Helfern aus den Rettungsorganisationen nach belastenden Einsätzen vor.

Die organisatorische Betreuung des Baustein 2 wurde von Ulrika Burth übernommen.

Teilnehmer:innen am SbE-Baustein 2 waren:
Günther Dreher, Jeremia Eisenbraun, Isabel Heinzler, Bastian Kiener, Martina Kiesewetter, Josef Mertel, Sylvia Nehmet, Ralph Pröbstle, Kathi Römer, Johannes Schramm,

Grundkurs Notfallseelsorge BW2020/2021

Zur Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Notfallseelsorger*innen bieten die katholischen und evangelischen Kirchen in Baden-Württemberg den Grundkurs Notfallseelsorge an. Dieser umfasst insgesamt drei Kursteile, die nun sechs Auszubildende der Notfallseelsorge des Landkreises Sigmaringen erfolgreich abgeschlossen haben. Der erste Kursteil fand vom 27. bis 31. Januar 2020 in der Landesfeuerwehrschule Bruchsal statt. Daran schloss sich der zweite Kursteil in Form einer Praxisphase an, bei der die Anwärter*innen erfahrene Kollegen und Kolleginnen in die Einsätze begleiteten und zusätzlich an fünf Supervisionen im eigenen System teilnahmen. Aufgrund der Corona-Situation konnte der dritte Kursteil dann erst vom 14.-17. Juni 2021 in Bad Herrenalb durchgeführt und abgeschlossen werden. Wir gratulieren Susanne Merz, Thorsten Nowotny, Bettina Ruopp-Letsch, Bianca Schatz, Stefanie Sigg-Zamzow und Magdalena Störkle-Sauer zu ihrer erfolgreichen Teilnahme und wünschen ihnen alles Gute im aktiven Dienst der Notfallseelsorge.


(Text und Bild: Susanne Merz)

(obere Reihe v.l.n.r.) Susanne Merz, Thorsten Nowotny, Stefanie Sigg-Zamzow
(untere Reihe v.l.n.r) Bettina Ruopp-Letsch, Magdalena Störkle-Sauer, Bianca Schatz

Engel für die Notfallseelsorge

Die Kinder der „Fire Dragons Sigmaringen“ haben die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger mit einem sehr persönlichen Geschenk überrascht. Als Zeichen der Verbundenheit und Sorge um alle Einsatzkräfte, gestalteten die Kinder in den zurückliegenden Wochen Engel, mit einem persönlichen Wunsch an jede Einsatzkraft in der Notfallseelsorge: „Komm bitte immer gesund vom Einsatz zurück!“

Die Stadtjugendfeuerwehrwartin der Freiwilligen Feuerwehr Sigmaringen, Daniela Stroppel, hatte mit ihrem Team in den letzten Wochen dafür gesorgt, dass alle Mitglieder der Kinderfeuerwehr sich an dieser Aktion beteiligen konnten, obwohl es derzeit keine Präsenzproben geben darf. Eine logistische Meisterleistung!

Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger sagen ganz herzlich Dankeschön für diese tolle Unterstützung im Einsatz. Sie sind sich sicher, dass sowohl die zu betreuenden Personen im Einsatz, als auch sie selbst als Einsatzkräfte, auf jeden Fall so einen persönlichen Schutzengel brauchen können. Jeder Engel bekommt einen Ehrenplatz!

Sektionsversammlung Notfallseelsorge

Am 22. März 2021 trafen sich alle Notfallseelsorger*innen zu ihrer diesjährigen Sektionsversammlung. Neben einer Aussprache zum aktuellen Dienstplansystem, fand auch ein Fortbildungsinput statt. Dabei wurde insbesondere die verschiedenen Alarmierungsstrukturen und der Führungsaufbau der PSNV-Kräfte in größeren Einsätzen besprochen.
Seit einem Jahr finden die Fortbildungen und Konferenzen der Notfallseelsorge über Videokonferenzen statt. So war es in der zurückliegenden 12 Monaten möglich, wenigstens auf diesem Wege miteinander Kontakt zu halten und sich fortzubilden.

Videokonferenz der Notfallseelsorger*innen im März 2021

2927 Einsätze in 20 Jahren

einsatzzahlen 2020

Vor 20 Jahren starte ein Team von Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern ihren verlässlichen Bereitschaftsdienst für den Landkreis Sigmaringen. Nach einer Pilotphase erfolgte im März 2001 der Start für das damals neu formierte System der Notfallseelsorge. In den 20 Jahren gab es keine Stunde in der nicht mindestens 2 Notfallseelsorger*innen für die Leitstelle alarmierbar gewesen wären. Nur diesem großen ehrenamtlichen Engagement war es der Notfallseelsorge Sigmaringen möglich, zu verlässig den Bereitsschaftsdienst abzudecken und so die 2927 Einsätze zu übernehmen.

einsatzzahlen 2020

Einsatzzahlen 2020 im Bereich PSNV-B

Im Jahr 2020 wurden die Einsatzkräfte der Notfallseelsorge Sigmaringen zu 195 Einsatzereignissen alarmiert. Die Einsatzzahlen bewegen sich damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den letzten Jahren. Auch dieses Jahr konnte das ehrenamtliche System der Psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene (PSNV-B) sicherstellen, dass an 365 Tagen jeweils 2 Notfallseelsorger*innen für den Landkreis Sigmaringen in Rufbereitschaft waren und verlässlich von der Leitstelle alarmiert werden konnten.

einsatzzahlen 2020

SbE-Übungsabend digital

Seit März 2020 hat die Notfallseelsorge und auch das SbE-Team Sigmaringen zahlreiche Schulungsmaßnahmen digital abgehalten. Für alle ist es zwar gewöhnungsbedürftig sich nicht mehr bei Präsenzveranstaltungen zu treffen, doch wurden die zurückliegenden Monate bewusst genutzt, die anstehenden Fortbildungen digital durchzuführen. So wurden mehrere Übungsabende des SbE-Teams, des Einsatzkräfteschulungsteams sowie das Einführungsprogramm für neue Notfallseelsorger*innen, in den Zeiten der Kontaktbeschränkungen digital umgesetzt, um an den anstehenden Themen zu arbeiten und sich fortzubilden. Zum Ausdruck kam dabei immer wieder, wie gut es tut, wenigstens auf diesem Wege miteinander Kontakt halten zu können und die wichtigen Themen der Psychosozialen Notfallversorgung angehen zu können.

Notfallseelsorger: Wenn der Tod zum Alltag gehört

Das Leitungsteam der Notfallseelsorger des Landkreises Sigmaringen möchte mit seiner Arbeit den Menschen helfen: Franz Gnant (hintere Reihe von links), Bernd Weinmann und Winfried Fritz mit den Kollegen Elke Gehrling und Edwin Müller (vordere Reihe von links). (Foto: Anne Laaß)

In der Schwäbischen Zeitung vom 28.10.2020 erschien folgender Artikel von Anne Laaß:

Ein tragisches Ereignis, wie der tödliche Badeunfall in Pfullendorf vor ein paar Monaten, gehört zum Alltag der Notfallseelsorger des Landkreises Sigmaringen. Die pädagogisch ausgebildeten Ehrenamtlichen haben sich aus unterschiedlichen Gründen entschieden, auf diese Weise ihren Dienst an der Gesellschaft zu leisten.

Über die einzelnen Einsätze sprechen sie grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit, um die Persönlichkeitsrechte zu wahren und die Schweigepflicht einzuhalten. Das Leitungsteam der Notfallseelsorger erzählt aber im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“, was ihnen diese Arbeit abverlangt und wie die Akkus wieder aufgeladen werden.

Zu fünft sind sie für die Organisation der Sigmaringer Einheit verantwortlich und haben sie mit aufgebaut. Jeder von ihnen hat ähnliche Gründe, sich für diese Laufbahn zu entschieden zu haben. Winfried Fritz zum Beispiel beschreibt eindrücklich, wie es für ihn als Krankenpfleger ohne das Angebot der Notfallseelsorger war. „Polizisten, Rettungsdienstmitarbeiter oder das Krankenhauspersonal hatten niemanden, mit dem sie über traumatische Ereignisse sprechen konnte, untereinander bei einem Kaffee vielleicht, aber nicht mehr“. Seine Kollegin Elke Gehrling brachte indessen eine philosophische Frage dazu: Im Film der Hauptmann von Köpenick, heißt es: Was hast du gemacht?. Sie wolle für sich sagen: „Ich war da und habe den Menschen etwas zurückgeben“.

Gerufen werden die Notfallseelsorger in Notfällen und Krisensituationen. Sie helfen, den ersten Schock zu überwinden, sind Teil der Rettungsdienste des Landkreises und der Feuerwehr zugeordnet. Sie sehen sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Seelsorgeangeboten, sondern viel eher als Ergänzung. Die Alarmierung verläuft daher über die Leitstelle gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung, der Bereitschaftsdienst macht sich unter Nennung eines Stichwortes auf den Weg zum Einsatzort. Zu den Aufgaben gehört dann auch die sogenannte Totenwache. „Es ist wichtig, dass den Menschen ein würdevoller Umgang ermöglicht wird und er in dieser Zeit nicht allein war“, erklärt Fritz. Im Gespräch mit den Angehörigen könne so gesagt werden, dass der Verstorbene während der Unfallaufnahme jemanden hatte, der ihm zur Seite stand.

Möglich sind solche Aufgaben durch professionelles Arbeiten. Die Notfallseelsorger haben hohe Voraussetzungen. Neben einer mehrjährigen Ausbildung, gibt es für die Ehrenamtlichen immer wieder Weiterbildungen und Schulungen in verschiedenen Bereichen, die individuell ausgesucht werden können. Die Qualifikationen reichen von der Psychotraumatologie bis hin zur Pädagogik und einem Kurzpraktikum in der Klinikseelsorge. Damit erfüllen sie Standards in den Bereichen der theologisch-seelsorgerlichen und psychologisch-therapeutischen Ausbildung. Das Sigmaringer Team ist somit für die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zuständig. Dieser Begriff ist bundesweit mit der Arbeit der Notfallseelsorger verbunden. Neben der Betreuung der Betroffenen gehören auch die Unterstützung der Einsatzkräfte durch das SbE-Team (stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) und Schulungen der Sektion Einsatzkräfteschulung zum Tätigkeitsfeld der Sigmaringer.

„Wir sind gedanklich auf den Einsatz vorbereitet“, sagt Franz Gnant, der ebenfalls von Beginn an den Notfallseelsorgern angehört. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren habe ihm gezeigt, dass es Sinn habe, was er da mache. Das Team sei immer versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen. Sein Kollege Bernd Weinmann betont zudem, dass es wichtig ist, zwischen Mitfühlen und Mitleid zu unterscheiden, auch seien die Aufgaben untereinander immer klar verteilt. „Wir treten als eine Einheit auf“, so Fritz und erhält ein zustimmendes Nicken seiner Kollegen. So halte man auch zusammen: Falls ein Mitglied wegen eines Einsatzes seinen Dienst nicht ausüben kann, springt ein anderer ein. Jeder einzelne von ihnen hat Wege gefunden, mit der emotionalen Komponente des Ehrenamtes zurechtzukommen. Reden, Sport und viele weitere Aktivitäten helfen den Notfallseelsorgern, um die Akkus aufzuladen. „Es ist wichtig, dass man auch aufeinander achtet“, so Gnant. Zwischen sechs bis acht Wochen ist jeder Ehrenamtliche im Einsatz. Für das Leitungsteam kommen noch bürokratische Aufgaben hinzu. Für Edwin Müller, der aus der Klinikseelsorge kommt, gehört zum Ausgleich auch, dass man lernt, mit Stress umzugehen. Die Erfahrungen, die er gemacht habe, zeigen, dass Dinge passieren, die dem eigentlichen Weltbild nicht entsprechen. Darunter auch der Tod eines Kindes, der Teil der Realität sei und als Notfallseelsorger müsse man damit umgehen können.

Die Notfallseelsorger sind über die Kreisgrenzen bekannt, engagieren sich seit Gründung für die Thematik, auch bundesweit, sagt Weinmann. Außerdem waren sie es, die den Klassenkameraden vom Unfalltod eines Mitschülers berichtet haben. Die schulpsychologische Beratungsstelle und Schulamtsleiter Gernot Schultheiß verlassen sich in solchen Fällen auf die Fähigkeiten der Notfallseelsorger.

entnommen aus: https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-sigmaringen/sigmaringen_artikel,-notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert-_arid,11287460.html

Leitungsteam der NFS im Amt bestätigt

Am 1. Oktober 2020 fanden im Rahmen der Sektionsversammlung der diensthabenden Notfallseelsorger*innen die Wahl der Leitung statt. Edwin Müller, Winfried Fritz und Franz Gnant wurden als Leitung der Sektion Notfallseelsorge einstimmig wiedergewählt. Sie bilden somit für weitere 2 Jahre gemeinsam mit der Vertretung Einsatzkräfteschulung Elke Gehrling und dem Fachlichen Leiter SbE-Team Bernd Weinmann, das Leitungsteam der Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge.

vlnr: Franz Gnant, Bernd Weinmann, Elke Gehrling, Winfried Fritz, Edwin Müller

Nach einem Rückblick auf die Arbeit der zurückliegenden Monate, wurden allen Notfallseelsorgerinnen mit allen Notfallseelsorgerinnen nochmals die Standards für die Einsätze unter Pandemiebedingungen besprochen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Notfallseelsorge auch in schwierigen Seiten Menschen in Not beistehen zu können, ohne dass sich die Fachkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung selbst zu sehr einer Gefährdung aussetzen und bestmöglich schützen.

Sektionsversammlung der Notfallseelsorger*innen
Sektionsversammlung der Notfallseelsorger*innen