{"id":1046,"date":"2020-10-28T11:09:00","date_gmt":"2020-10-28T10:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/?p=1046"},"modified":"2021-03-06T20:31:20","modified_gmt":"2021-03-06T19:31:20","slug":"notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/?p=1046","title":{"rendered":"Notfallseelsorger: Wenn der Tod zum Alltag geh\u00f6rt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"477\" src=\"https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-1024x477.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1041\" srcset=\"https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-1024x477.jpg 1024w, https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-300x140.jpg 300w, https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-768x358.jpg 768w, https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-1536x715.jpg 1536w, https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/leitung-2020-2-2048x953.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Das Leitungsteam der Notfallseelsorger des Landkreises Sigmaringen m\u00f6chte mit seiner Arbeit den Menschen helfen: Franz Gnant (hintere Reihe von links), Bernd Weinmann und Winfried Fritz mit den Kollegen Elke Gehrling und Edwin M\u00fcller (vordere Reihe von links). (Foto: Anne Laa\u00df)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der <a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/landkreis\/landkreis-sigmaringen\/sigmaringen_artikel,-notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert-_arid,11287460.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/landkreis\/landkreis-sigmaringen\/sigmaringen_artikel,-notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert-_arid,11287460.html\">Schw\u00e4bischen Zeitung vom 28.10.2020<\/a> erschien folgender Artikel von Anne Laa\u00df:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em>Ein tragisches Ereignis, wie der t\u00f6dliche Badeunfall in Pfullendorf vor ein paar Monaten, geh\u00f6rt zum Alltag der Notfallseelsorger des Landkreises Sigmaringen. Die p\u00e4dagogisch ausgebildeten Ehrenamtlichen haben sich aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden entschieden, auf diese Weise ihren Dienst an der Gesellschaft zu leisten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcber die einzelnen Eins\u00e4tze sprechen sie grunds\u00e4tzlich nicht in der \u00d6ffentlichkeit, um die Pers\u00f6nlichkeitsrechte zu wahren und die Schweigepflicht einzuhalten. Das Leitungsteam der Notfallseelsorger erz\u00e4hlt aber im Gespr\u00e4ch mit der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c, was ihnen diese Arbeit abverlangt und wie die Akkus wieder aufgeladen werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zu f\u00fcnft sind sie f\u00fcr die Organisation der Sigmaringer Einheit verantwortlich und haben sie mit aufgebaut. Jeder von ihnen hat \u00e4hnliche Gr\u00fcnde, sich f\u00fcr diese Laufbahn zu entschieden zu haben. Winfried Fritz zum Beispiel beschreibt eindr\u00fccklich, wie es f\u00fcr ihn als Krankenpfleger ohne das Angebot der Notfallseelsorger war. \u201ePolizisten, Rettungsdienstmitarbeiter oder das Krankenhauspersonal hatten niemanden, mit dem sie \u00fcber traumatische Ereignisse sprechen konnte, untereinander bei einem Kaffee vielleicht, aber nicht mehr\u201c. Seine Kollegin Elke Gehrling brachte indessen eine philosophische Frage dazu: Im Film der Hauptmann von K\u00f6penick, hei\u00dft es: Was hast du gemacht?. Sie wolle f\u00fcr sich sagen: \u201eIch war da und habe den Menschen etwas zur\u00fcckgeben\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gerufen werden die Notfallseelsorger in Notf\u00e4llen und Krisensituationen. Sie helfen, den ersten Schock zu \u00fcberwinden, sind Teil der Rettungsdienste des Landkreises und der Feuerwehr zugeordnet. Sie sehen sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Seelsorgeangeboten, sondern viel eher als Erg\u00e4nzung. Die Alarmierung verl\u00e4uft daher \u00fcber die Leitstelle gem\u00e4\u00df der Alarm- und Ausr\u00fcckeordnung, der Bereitschaftsdienst macht sich unter Nennung eines Stichwortes auf den Weg zum Einsatzort. Zu den Aufgaben geh\u00f6rt dann auch die sogenannte Totenwache. \u201eEs ist wichtig, dass den Menschen ein w\u00fcrdevoller Umgang erm\u00f6glicht wird und er in dieser Zeit nicht allein war\u201c, erkl\u00e4rt Fritz. Im Gespr\u00e4ch mit den Angeh\u00f6rigen k\u00f6nne so gesagt werden, dass der Verstorbene w\u00e4hrend der Unfallaufnahme jemanden hatte, der ihm zur Seite stand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>M\u00f6glich sind solche Aufgaben durch professionelles Arbeiten. Die Notfallseelsorger haben hohe Voraussetzungen. Neben einer mehrj\u00e4hrigen Ausbildung, gibt es f\u00fcr die Ehrenamtlichen immer wieder Weiterbildungen und Schulungen in verschiedenen Bereichen, die individuell ausgesucht werden k\u00f6nnen. Die Qualifikationen reichen von der Psychotraumatologie bis hin zur P\u00e4dagogik und einem Kurzpraktikum in der Klinikseelsorge. Damit erf\u00fcllen sie Standards in den Bereichen der theologisch-seelsorgerlichen und psychologisch-therapeutischen Ausbildung. Das Sigmaringer Team ist somit f\u00fcr die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zust\u00e4ndig. Dieser Begriff ist bundesweit mit der Arbeit der Notfallseelsorger verbunden. Neben der Betreuung der Betroffenen geh\u00f6ren auch die Unterst\u00fctzung der Einsatzkr\u00e4fte durch das SbE-Team (stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) und Schulungen der Sektion Einsatzkr\u00e4fteschulung zum T\u00e4tigkeitsfeld der Sigmaringer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir sind gedanklich auf den Einsatz vorbereitet\u201c, sagt Franz Gnant, der ebenfalls von Beginn an den Notfallseelsorgern angeh\u00f6rt. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren habe ihm gezeigt, dass es Sinn habe, was er da mache. Das Team sei immer versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen. Sein Kollege Bernd Weinmann betont zudem, dass es wichtig ist, zwischen Mitf\u00fchlen und Mitleid zu unterscheiden, auch seien die Aufgaben untereinander immer klar verteilt. \u201eWir treten als eine Einheit auf\u201c, so Fritz und erh\u00e4lt ein zustimmendes Nicken seiner Kollegen. So halte man auch zusammen: Falls ein Mitglied wegen eines Einsatzes seinen Dienst nicht aus\u00fcben kann, springt ein anderer ein. Jeder einzelne von ihnen hat Wege gefunden, mit der emotionalen Komponente des Ehrenamtes zurechtzukommen. Reden, Sport und viele weitere Aktivit\u00e4ten helfen den Notfallseelsorgern, um die Akkus aufzuladen. \u201eEs ist wichtig, dass man auch aufeinander achtet\u201c, so Gnant. Zwischen sechs bis acht Wochen ist jeder Ehrenamtliche im Einsatz. F\u00fcr das Leitungsteam kommen noch b\u00fcrokratische Aufgaben hinzu. F\u00fcr Edwin M\u00fcller, der aus der Klinikseelsorge kommt, geh\u00f6rt zum Ausgleich auch, dass man lernt, mit Stress umzugehen. Die Erfahrungen, die er gemacht habe, zeigen, dass Dinge passieren, die dem eigentlichen Weltbild nicht entsprechen. Darunter auch der Tod eines Kindes, der Teil der Realit\u00e4t sei und als Notfallseelsorger m\u00fcsse man damit umgehen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Notfallseelsorger sind \u00fcber die Kreisgrenzen bekannt, engagieren sich seit Gr\u00fcndung f\u00fcr die Thematik, auch bundesweit, sagt Weinmann. Au\u00dferdem waren sie es, die den Klassenkameraden vom Unfalltod eines Mitsch\u00fclers berichtet haben. Die schulpsychologische Beratungsstelle und Schulamtsleiter Gernot Schulthei\u00df verlassen sich in solchen F\u00e4llen auf die F\u00e4higkeiten der Notfallseelsorger.<\/em>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">entnommen aus:<em>  <a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/landkreis\/landkreis-sigmaringen\/sigmaringen_artikel,-notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert-_arid,11287460.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.schwaebische.de\/landkreis\/landkreis-sigmaringen\/sigmaringen_artikel,-notfallseelsorger-wenn-der-tod-zum-alltag-gehoert-_arid,11287460.html<\/a><\/em> <\/p>\n<div class=\"wps-pgfw-pdf-generate-icon__wrapper-frontend pgfw-icon-display pgfw-icon-display--default\" style=\"--pgfw-icon-justify:center;\"><a href=\"https:\/\/nfs-sigmaringen.de?action=genpdf&#038;id=1046\" class=\"pgfw-single-pdf-download-button pgfw-single-pdf-download-button--default pgfw-single-pdf-download-button--icon-only\" title=\"Generate PDF\" style=\"--pgfw-icon-width:25px;--pgfw-icon-height:45px;\" aria-label=\"Download PDF\"><span class=\"pgfw-single-pdf-download-button__media\" aria-hidden=\"true\"><img src=\"https:\/\/nfs-sigmaringen.de\/wp-content\/plugins\/pdf-generator-for-wp\/admin\/src\/images\/PDF_Tray.svg\" alt=\"\" decoding=\"async\"><\/span><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schw\u00e4bischen Zeitung vom 28.10.2020 erschien folgender Artikel von Anne Laa\u00df: &#8222;Ein tragisches Ereignis, wie der t\u00f6dliche Badeunfall in Pfullendorf vor ein paar Monaten, geh\u00f6rt zum Alltag der Notfallseelsorger des Landkreises Sigmaringen. 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